Hohlstellen unter Fliesen: der Fehler liegt meist im Untergrund
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Nach dem Abstoßen und Reinigen folgt eine passende Grundierung, die den verbleibenden Untergrund verfestigt, nicht die abgetragene Schicht. Bei stark saugenden, sandenden Putzen ist eine mineralische Grundierung sinnvoll, die tief eindringt und nach dem Trocknen eine feste Kruste bildet. Bei kreidenden Farben empfiehlt sich eine isolierende Grundierung, die die Kreide bindet und ein Durchschlagen verhindert. Wichtig: Zwischen den Schichten die angegebene Trockenzeit einhalten und nicht zu früh weiterarbeiten. Zu dicke Grundierungsschichten sind ein weiterer typischer Fehler – sie trocknen ungleichmäßig und bilden Spannungsrisse.
Nach dem Verlegen lässt sich das Ergebnis kontrollieren. Mit einem Holzstiel oder Kunststoffhammer wird die Fläche systematisch abgeklopft. Klingt es hohl, muss die Fliese entfernt, der Kleber vollständig abgetragen und neu gesetzt werden. Ein späteres Nachverpressen funktioniert nicht. Im Neubau lohnt es sich, vor dem Verlegen ein kurzes Protokoll über Estrichfeuchte, Raumtemperatur und verwendeten Kleber anzulegen. Das kostet wenig Zeit und verhindert die häufigste Ursache für Hohlstellen.
Bewegungsfugen im Neubau werden regelmäßig vergessen. Estrich und Fliesen bewegen sich unterschiedlich, besonders bei Fußbodenheizung. Fugen an Türübergängen, an Wandanschlüssen und in großen Flächen müssen geplant und mit elastischem Material ausgeführt werden. Werden sie weggelassen, reißen Fliesen oder es entstehen Spannungen, die als Hohlstellen sichtbar werden.
Die Kante entsteht vor dem Streichen Das Band in kurzen Stücken von etwa 30 bis 40 Zentimetern setzen und mit dem Daumen oder einer Rakel andrücken, nicht mit voller Kraft über die gesamte Länge ziehen. Ein zu festes Andrücken presst Farbe in die Klebeschicht, und genau dort reißt später die Kante aus. Auf glatten Flächen reicht ein kurzer Druck, auf rauem Untergrund ist eine dünne Lage Krepp sinnvoll, die vor dem Streichen mit einem Föhn leicht erwärmt und angedrückt wird.
Trittschall entsteht durch Körperschall, der sich über die Balken und Wände ausbreitet. Eine dünne Weichschaummatte unter einem schwimmenden Estrich hilft wenig, wenn die Balken direkt in die Mauerwerksauflager eingebunden sind. Wirksamer ist es, mehr Infos die Masse des Bodenaufbaus zu erhöhen, etwa durch eine gebundene Schüttung oder durch zusätzliche Trockenestrichplatten mit hohem Flächengewicht. Die Dämmung muss den Schall vom tragenden Bauteil entkoppeln, nicht nur den Tritt abfedern.
Bei tiefer sitzenden Verfärbungen hilft nur mechanisches Abtragen. Ein Fugenkratzer oder ein schmaler Spachtel eignet sich, um die oberste Schicht des Mörtels vorsichtig abzunehmen. Arbeite dabei immer in Richtung der Fuge und mit wenig Druck, damit die Fliesenkanten keinen Schaden nehmen. Anschließend den losen Staub absaugen und die Fuge mit Wasser benetzen. So vorbereitet, nimmt der neue Fugenmörtel oder eine Versiegelung besser haft.
Ein häufiger Fehler ist der Staubsauger ohne Feinfilter. Herkömmliche Modelle blasen die feinsten Partikel wieder in den Raum. Wer einen Sauger mit einem einfachen Papierfilter benutzt, richtet mehr Schaden an als Nutzen. Ein Gerät mit einem Feinfilter oder einem zusätzlichen Wasserfilter hält die Partikel zurück. Noch besser: Wenn möglich, mit einem Industriestaubsauger arbeiten, der für feine Stäube ausgelegt ist. Nach dem Saugen den Filter nicht im Raum ausklopfen, sondern im Freien oder in einem Beutel entsorgen.
Beim Streichen entscheidet nicht die Farbe über das Ergebnis, sondern die Kante. Wer zu breit oder auf falschem Untergrund abklebt, produziert beim Abziehen Risse, Farbabriss oder klebrige Streifen. Das lässt sich vermeiden, wenn vor dem ersten Pinselstrich klar ist, welches Band wohin gehört und wie es aufgebracht wird.
Warum Grundieren allein nicht reicht Viele greifen zur Tiefengrundierung und hoffen, damit sei es getan. Das ist ein häufiger Fehler. Eine Grundierung kann nur dann haften, wenn der Untergrund selbst fest ist. Bei kreidender Farbe oder sandendem Putz dringt sie in die lose Schicht ein, bindet sie aber nicht dauerhaft an den festen Untergrund darunter. Die Folge: Die Grundierung hält die oberste Schicht zusammen, doch diese Schicht löst sich weiterhin vom Putz. Später reißt die neue Beschichtung genau dort auf. Grundierung ist kein Ersatz für mechanische Festigung.
Das Abziehen ist der heikelste Moment. Das Band in einem Winkel von etwa 45 Grad langsam und gleichmäßig abziehen, nicht ruckartig nach oben. Bei sehr glatter Oberfläche kann ein Föhn helfen: leicht erwärmen, dann löst sich die Klebeschicht weicher. Bleiben Klebereste zurück, diese mit einem Radiergummi oder etwas Spiritus entfernen, nicht mit dem Fingernagel abschaben – das hinterlässt Kratzer im Anstrich.
Wer den Untergrund dauerhaft stabilisieren will, muss die lose Substanz entfernen. Bei kreidender Farbe hilft gründliches Abbürsten mit einer harten Bürste oder ein Abwaschen mit warmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel. Bei sandendem Putz ist meist mehr Aufwand nötig: Lose Partikel mit einer Drahtbürste oder einem Spachtel abstoßen, bis eine feste, körnige Oberfläche sichtbar wird. Staub anschließend vollständig entfernen, Raumteiler ohne Sichtschutz sonst wirkt die neue Beschichtung wie auf einem Schleifmittel. Erst wenn ein Wassertropfen auf der Fläche nicht sofort einsinkt oder abperlt, ist der Untergrund aufnahmefähig.
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